Schwierige Straßen führen oft zu wunderschönen Zielen.“ (Unbekannt)

„Deshalb lassen wir uns von dem, was uns zurzeit so sichtbar bedrängt, nicht ablenken, sondern wir richten unseren Blick auf das, was jetzt noch unsichtbar ist. Denn das Sichtbare vergeht, doch das Unsichtbare bleibt ewig.“ (2 Korinther 4,18 HFA)

„Manchmal ertappe ich mich selbst, wie ich daran denke, wenn das Leben ruhiger wird, dann werde ich… Aber ich sollte inzwischen gelernt haben, dass das Leben nie für längere Zeit ruhig bleibt. Was immer ich erreichen will, ich muss es tun, auch wenn das Leben unruhig ist.“  (J. Fleming)

Durch die Coronavirus-Krise hat sich unsere tägliche Routine völlig verändert. Für Mechthild und mich ist die Situation, dass wir nur noch einkaufen oder allein spazieren gehen und uns nicht mehr mit unseren Freunden/Familie treffen können, etwas gewöhnungsbedürftig. Doch wir haben eine feste Herzenshaltung, und genauso wie du wissen wir, dass unser Leben in Gottes Händen tief geborgen ist.

Auch die Gemeindearbeit wurde durch die Coronakrise im ganzen Land komplett auf den Kopf gestellt. Es ist jedoch sehr ermutigend zu sehen, wie zahlreiche Kirchen und Gemeinden im deutschsprachigen Europa schnell dazu übergegangen sind, in allen möglichen Formen Online-Gottesdienste anzubieten. Ich höre von vielen Kollegen, dass die Online-Gottesdienste stärker besucht sind als die normalen Sonntagsgottesdienste. Ich kenne eine Frau, die die Links zu den Gottesdiensten ihrer Gemeinde an Freunde schickt, die keiner Gemeinde angehören, und sehr positive Reaktionen darauf bekommt.

Das ist nicht das erste Mal, dass die Kirchen gezwungen waren, ihre Türen zu schließen.

Auch während der sogenannten Spanischen Grippe in den Jahren 1918–19 mussten die Kirchen aufgrund der schrecklichen Epidemie, die zum Tod von 30 bis 50 Millionen Menschen weltweit führte, ihre Pforten schließen.

Daniel Isgripp schrieb kürzlich einen Artikel darüber, wie einige Pfingstgemeinden in den USA reagierten, als die Türen der Kirchen während der Grippewelle 1918 geschlossen wurden. Darin heißt es:

„Es ist interessant, dass die Kirchen und Pastoren die Anweisungen der Gesundheitsbehörden, keine Gottesdienste mehr abzuhalten und jene, die krank waren, in Quarantäne zu schicken, befolgten. Sie erkannten, dass sie die Menschen in ihren Städten schützen mussten. Als sich die Grippe in den Städten ausbreitete, mussten mehrere Evangelisationen abgesagt werden. Manche sahen das als Widerstand gegen das großartige Wirken Gottes an. Dennoch erachteten sie die schmerzhafte Realität der menschlichen Sterblichkeit als eine Gelegenheit, die Verlorenen zu erreichen. Obwohl sie an Heilung glaubten, versprachen sie den Menschen nicht, dass ihr Glaube an Gott sie vor der Krankheit schützen würde. Viele Menschen steckten sich an; viele Menschen starben. Doch sie bezeugten auch, dass Gott ein Heiler war und viele Menschen während ihrer Erkrankung vor Schlimmerem bewahrte oder sie davon heilte. In beiden Fällen waren es ihr Glaube an Gott und ihre Gebete, die sie durch diese Zeit hindurchtrugen.“

Der folgende Bericht über die Spanische Grippe erschien 1918 in der Baseler Zeitung:

„Die katholische Kirche hat den Glauben in die ärztliche Hilfe verloren, rät in einem Schreiben den Kranken in der Gemeinde, das heilige Sakrament «wenn immer möglich» vor dem Spitaleintritt abzuholen. Der Baselbieter Pfarrer John Schneider schreibt noch im August in der bz: «Nun erschien der vierte Reiter auch in unserm Schweizerlande. Sein Name ist Tod und mit seiner Hauptwaffe, der Seuche, hat er die furchtbare Todesernte begonnen.» Inzwischen ist auch er dem erlegen, was er als Apokalypse empfand. So wie ihm ergeht es auch anderen Seelsorgern, für die letzte Ölung kommt es zu Engpässen. Noch immer vertrauen Teile der tiefreligiösen Bevölkerung aber lieber auf Gott denn auf die Ratschläge der Behörden. Gleichzeitig stehen allerlei Tinkturen und Wundermittel hoch im Kurs, bis zum Telefon-Desinfektor «Grippsano».“

1919 widersetzten sich ein rebellischer Pastor und seine Baptisten-Gemeinde im Bundesstaat Kentucky, USA, ganz offen den Anweisungen des örtlichen Gesundheitsamtes und hielten trotz des Verbotes Gottesdienste ab. Das führte dazu, dass der Pastor in Haft genommen wurde. Eine örtliche Zeitung veröffentlichte die Stellungnahme, die Pastor Harvey Taylor später vor Gericht machte: „Sie und all die anderen Verantwortlichen des Landkreises sind es, die im Gefängnis sitzen sollten, weil Sie die Gesetze Gottes und die US-Verfassung verletzt haben, indem Sie die religiöse Anbetung verhindert haben. Ich schätze, Sheriff Houston, der meiner Gemeinde angehört, musste seine Pflicht tun und mich in Haft nehmen, aber Gott sei ihm gnädig.“

Aus Prinzip weigerte Pastor Taylor sich, seine Strafe zu bezahlen, und blieb im Gefängnis. Interessanterweise wurde er 1931 von den Mitgliedern seiner Gemeinde offiziell seines Amtes enthoben, nachdem er erfolglos versucht hatte, acht prominente Mitglieder aus der Gemeinde auszuschließen.

Es überrascht mich immer wieder, wie extrem manche Christen angesichts einer Krise reagieren. Kürzlich sah ich einen Facebook-Post mit der Überschrift: „Der Coronavirus ist Gottes letztes Gericht.“ Auf WhatsApp schickte mir jemand einen Beitrag mit dem Titel: „Der Coronavirus in der biblischen Prophetie.“

Aber glücklicherweise bewahren die meisten Christen, die ich kenne, angesichts der Coronakrise die Ruhe. Wenn Gemeindeleiter und -mitarbeiter gezwungen sind, zu Hause zu bleiben, kann das eine Art Sabbat für sie sein, der ihnen ein wenig zusätzliche Zeit für Entspannung und Erneuerung verschafft. Da wir keine Gottesdienste abhalten, haben wir jetzt die Gelegenheit, unsere bisherige Arbeit zu überdenken und neu zu bewerten. Das wird sich sicher positiv auswirken, wenn wir die Türen unserer Gemeinde wieder öffnen können.

Mir gefällt, was kürzlich ein christlicher Arzt schrieb, als seine beiden Eltern im Krankenhaus gegen das Coronavirus kämpften:

„SEID STILL, indem ihr zu Hause bleibt!
SEID STILL und konzentriert euch auf eure Familie und eure engen Beziehungen – macht sie stärker!!!
SEID STILL und geht nicht hinaus.
SEID STILL und trefft euch nicht mit euren Freunden, auch wenn ihr sie sehr vermisst.
SEID STILL und ladet euch ZOOM herunter, um mit anderen zu chatten.
SEID STILL und spielt Fortnite.
SEID STILL und diese Pandemie wird vorübergehen.
SEID STILL und wir werden COVID19 besiegen.“
(Dr. Greg Mundis Jr., Facebook Post vom 24.03.2020)

Wir bitten Gott jetzt um seine missionarische Führung, damit wir den vielen Menschen, die durch die derzeitige Krise in große Not geraten sind, helfen können.

Wir beten, dass all jene, die bisher nicht offen für das Evangelium waren, einen geistlichen Hunger entwickeln.

Darüber hinaus bitten wir Gott, dass er in dieser Zeit, die uns aus erster Hand entdecken lässt, dass die Gemeinde so viel mehr ist als nur ein Zusammentreffen am Sonntag, Neues entstehen lässt.

Paulus sagte sehr treffend: „Und wir wissen, dass für die, die Gott lieben und nach seinem Willen zu ihm gehören, alles zum Guten führt.“ Römer 8,28 NLB)

Möge Gott dir und deinem Mitarbeiterteam während dieser Zeit große Weisheit und übernatürliche Kraft schenken!

Verbunden in HIM

Paul

Ich empfehle dir, den folgenden Beitrag von Don Reiland zu lesen. Er beinhaltet für diese Zeit, die alles andere als normal ist, hilfreiche Tipps und Einsichten.


10 Tipps, die dir helfen werden, normal zu leben, wenn das Leben nicht normal ist

 Don Reiland


13 Punkte, die wachsende Kirchen gemeinsam haben

Christel Eggers


Die richtigen Prioritäten im Leben setzen

Lynn Chandler


Die 5 Lieblingsstrategien des Teufels

 Carey Nieuwhof

Wir wagen es weder die Macht des Feindes zu überschätzen noch seine Fähigkeit zu unterschätzen, hinterlistige Angriffe auf unser Leben zu machen. Wir leben alle  in unerlösten Kulturen und Gesellschaften, jede mit ihrem eigenen sündvollen Gepäck – entweder in Personen oder in gesellschaftlichen Strukturen. Das Böse wirkt im Schatten und zieht uns hinein, wenn wir seinen Einfluss unterschätzen. Der Apostel Paulus erklärte: „Wir kennen die Absichten Satans nur zu genau.“ (2.Korinther 2, 11)  Um das Böse zu vermeiden, müssen wir  es erkennen.

Spaltung: Mangelnde Einigkeit in der Gemeinde ist eines der stärksten Zeichen für Ungläubige, dass die Botschaft von Jesus bedeutungslos ist. Wenn wir einander nicht lieben können, wie können wir dann unsere Feinde lieben?

Arroganz:  Nieuwhof stellt fest: „Der schwierigste Charaktertest ist nicht Versagen. Es ist Erfolg.“  Wie oft haben wir schon geistliche Diener und Missionare am Gipfel ihres Einflusses fallen sehen? Stolz lauert in den Schatten. Wir setzen ihn dem Licht Jesu aus und bekämpfen ihn so.

Entmutigung:  Ich glaube, das ist einfach eine andere Form von Stolz. Warum? Weil Entmutigung oft folgt, wenn wir uns selber fertig machen und uns mit anderen vergleichen. Wir denken von uns selber höher als wir sollten (Römer 12, 3).

Selbstmitleid: Wenn die Entmutigung wächst, übernimmt das Selbstmitleid.  Nieuwhof sagt, „Selbstmitleid meißelt in Stein, was die Entmutigung flüstert.“

Das leichte Übertreten von moralischen Grenzen: Nieuwhof zitiert C. S. Lewis, um Folgendes zu illustrieren: „Der sicherste Weg in die Hölle ist der allmähliche – der sanfte Abhang, sanft unter den Füßen, ohne plötzliche Wendungen, ohne Meilensteine, ohne Wegweiser.“ Der Abstieg beginnt mit kleinen Kompromissen.


Die 5 Vorsätze des jungen John Wesley

Fest entschlossen: zu leben mit ganzer Kraft, während ich lebe.
Fest entschlossen: keinen Augenblick ungenützt verstreichen zu lassen, sondern ihn, so profitabel ich nur kann, zu nützen.

Fest entschlossen: niemals etwas zu tun, das ich bei anderen verachte oder gering schätze.
Fest entschlossen: niemals etwas aus Rache zu tun.
Fest entschlossen: niemals etwas zu tun, das ich mich zu tun scheuen würde, wenn es die letzte Stunde meines Lebens wäre.


Tagesforum am 17.06.20 in Bregenz und am 24.06.20 in Grünstadt

Thema: Deine Kirche, deine Vision – relevant für heute!

Gastreferent: Friedhelm Holthuis

Info / Anmeldung Bregenz 

Info / Anmeldung Grünstadt