Kathy Cannon

In unserem Bildungswesen haben wir eine fundamentale Schwachstelle. Bedauerlicherweise haben wir alle gelernt, dass „nein“ das Gegenteil von „ja“ ist. Jahrelang sagten unsere Lehrer uns, dass wir diese zwei Wörter nicht gleichzeitig verwenden können – dass nämlich das eine das andere verneint.

Als Pastoren fühlen wir eine schwere Last und Berufung für Dienst und Fruchtbarkeit, aber auch eine Not, die Anforderungen des täglichen Lebens zu jonglieren. Vielleicht spüren wir Druck, sei es von innen oder von außen, so oft wie möglich „ja“ zu sagen. Aber ist das wirklich die gesündeste Option?

Wenn wir lernen, dass „ja“ und „nein“ sehr wohl nebeneinander existieren können, erschließen wir ein mächtiges Potential. Manchmal bedeutet „nein“ die positivste, Christus ähnliche Antwort mit der größten Bestätigung, die wir geben können. Hier sind drei Gründe, „nein“ zu sagen im geistlichen Dienst:

1 Sag „nein“, wenn Aktivität die Kreativität verdrängt. Wenn die Aufgaben, um Frucht zu bringen, ständig zunehmen, können wir schnell in einen Aufrechterhaltungsmodus geraten, der unsere geistige Kapazität, Vision zu schaffen, zermürbt. Genesis 1 offenbart den Heiligen Geist, wie er über dem leeren Raum schwebt. Wenn du Gottes Schaffenskraft am Wirken in deinem Leben und deinem geistlichen Dienst sehen willst, musst du in deinem Terminplan freien Platz schaffen. Was kannst du automatisieren oder delegieren, um Zeitblöcke freizusetzen, damit du „ja“ sagen kannst zu geistgeführtem Studium, zum Entdecken und Träumen?

2 Sag „nein“, wenn ein Programm abgelaufen ist. Viele Dienste beginnen mit großer Begeisterung und großem Engagement der Gemeinde, um schließlich abzuflauen in ihrer Fruchtbarkeit und den Pastor zu zermürben. Wenn der natürliche Lebenskreislauf eines Programms oder Prozesses sein Ende erreicht hat und das ganze Gewicht und alle Verantwortung an uns hängen bleibt, ist es Zeit, „nein“ zu sagen. Manchmal ist das Beste, das du als Pastor tun kannst, das Begräb nis eines toten Dienstes durchzuführen.

3 Sag „nein“, wenn es für andere Zeit ist, „ja“ zu sagenPastoren tragen die Verantwortung dafür, andere zu ermutigen und in die Reife zu führen. Gerade so wie Eltern ihren Kindern immer größere Verantwortung übertragen, müssen wir Verantwortung delegieren und an gut ausgebildete Laien übertragen. Da geht es nicht darum, dass die Gemeinde den Durchhänger des Pastors auffängt. Da geht es um eine Gemeinde, die zu dem wird, wozu Gott sie geschaffen hat – viele Glieder eines Leibes, die zusammenarbeiten. Der Pastor repräsentiert eineder Gaben Gottes für die Gemeinde, aber nicht dieGabe. Wir können nicht und sollten auch nicht alles selber tun. Ebenso können und sollten die Mitglieder der Ortsgemeinde nicht alles tun.

Vielleicht ruft Gott dich und deine Gemeinde in eine Zeit des „Nein-sagens“. Wie aufregend! Denk dran, „Nein“ zu sagen ist nicht das Gegenteil von „Ja“ sagen. „Nein“ sagen ist der Schlüssel, der die Tür zu einem besseren „Ja“ öffnet. Sag „ja“ zu von Gott inspirierter Kreativität und einem freudvollen Dienst und Leben und einer vollmächtig dienenden Gemeinde.

Hier kannst du den Original-Artikel auf Englisch lesen!

Kathy Cannon ist Hauptpastorin der Sacred Church in San Bruno, Kalifornien.