(Paul Clark)

„Niemand kann mir verbieten, von meinem Gott viel zu hoffen.“ (Johann Christoph Blumhardt, 1805-1880)

„Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ (Römer 15,13)

Neulich habe ich einen interessanten Beitrag zum Thema Hoffnung von Colonel James Stockdale gelesen. Darin spricht er über die lange, schwierige Zeit, die er im Vietnamkrieg als Gefangener durchmachen musste:

„Bei Hoffnung geht es immer um das Durchhalten, wenn es schlimm aussieht und darum, dass man in der Lage ist, manchmal für eine lange Zeit durchzuhalten. Der Zeitfaktor ist eine Hauptkomponente, denn wenn es keine Zeit lang dauern würde, bräuchten wir keine Hoffnung. Aber oft haben wir nicht, was wir jetzt haben wollen und wir müssen eine ganze Weile darauf hoffen und durchhalten.“

Diese Sätze beschreiben ziemlich genau, wie es mir bei so mancher großen Herausforderung erging, die ich in meinem jahrelangen Dienst als Gemeindegründer meistern musste. Durchzuhalten fühlt sich nicht immer gut an, aber es trägt uns durch die langen, dürren Zeiten, in denen wir wenig Frucht und kaum Ergebnisse unserer Anstrengungen sehen. Wie oft war die Hoffnung das Einzige, an dem ich mich festklammerte, wenn die Gottesdienste erbärmlich besucht waren oder andere Christen mich herunterzogen und mir sagten, es habe keinen Sinn, in ihrer Stadt eine Gemeinde zu gründen!

Hoffnung ist immer das Licht am Ende eines langen, dunklen Tunnels. Sie hilft uns, geduldig im Glauben vorwärts zu gehen. Glaube bedeutet im Gegensatz zur Hoffnung für mich die rein pragmatische, nicht emotional geprägte Überzeugung, dass die Worte Jesu wahr sind und er seine Gemeinde bauen wird, „und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“

Wenn ich heute auf die vergangenen Jahre zurückblicke, versetzt es mich oft in Erstaunen, wie an den verschiedenen Orten, an denen meine Frau Mechthild und ich gedient haben, trotz riesiger Herausforderungen Gemeinden gebaut wurden. Es freut mich sehr, dass diese Gemeinden auch heute noch bestehen und nach wie vor bestrebt sind, Gottes Reich mitzugestalten.

Ich möchte dich heute ermutigen, die Hoffnung im Hinblick darauf, was Gott in deiner Gemeinde und deiner Familie noch tun will und kann, nicht aufzugeben. Vielleicht siehst du gerade noch kein Licht am Ende des Tunnels, aber hör nicht auf zu hoffen! Ich weiß, dass der Zeitfaktor uns oft zur Verzweiflung treibt, weil wir das vollendete Werk des Herrn am liebsten heute und jetzt sehen würden.

Es sollte uns jedoch ermutigen, wenn wir uns ansehen, wie lange es bei Abraham, Mose und auch Jesus dauerte, bis sie ihren Auftrag und ihre Berufung erfüllt hatten. Auch bei ihnen sind viele Jahre vergangen. Zwischen Hoffnung und Geduld besteht ein sehr enger Zusammenhang, den wir nicht außer Acht lassen dürfen. Nicky Gumble schreibt: „Wer du bist während du wartest, ist genau so wichtig wie das, worauf du wartest.“

 Gerade für uns Leiter ist es wichtig, dass wir lernen, die Hoffnung nie sterben zu lassen. Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist und bleibt es, unsere Gemeindemitglieder und Mitarbeiter zu ermutigen und ihnen zu sagen, dass ihre Hoffnung nur bei Gott ein Zuhause hat. Wir sind Hoffnungsträger, weil wir – so hoffe ich – gelernt haben und noch mehr darüber lernen, was in Hebräer 10,35-36 (NLB) geschrieben steht:

„Werft dieses Vertrauen auf den Herrn nicht weg, was immer auch geschieht, sondern denkt an die große Belohnung, die damit verbunden ist! Was ihr jetzt braucht, ist Geduld, damit ihr weiterhin nach Gottes Willen handelt. Dann werdet ihr alles empfangen, was er versprochen hat.“

Übrigens: Der Dienst eines Hoffnungsträgers hat viel damit zu tun, ein Ermutiger zu sein. Hier kannst du einen Beitrag zum Thema „Der Dienst der Ermutigung“ lesen!

Gott hat mehr Hoffnung für dich und mich, als wir uns je vorstellen könnten! Lass Paulus‘ Worte uns heute Gottes Frieden und Trost schenken, ganz gleich in welchen Umständen oder in welcher Not wir uns befinden:  

“Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.” (Römer 5,5)

Verbunden in IHM
Paul

PS Ich hoffe, die folgenden Beiträge werden dich und dein Mitarbeiterteam ermutigen. Ich bin immer dankbar für Feedback. Vorschläge, wie der Forum-E-Letter und die verschiedenen Beiträge verbessert werden könnten, sind mir stets willkommen!

Verwandle das Team, in welchem du feststeckst, in das Team, das du haben willst?

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Ein offener Brief an die wunderbaren und fröhlichen Menschen im Kinderdienst

Erich Geiger


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